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Neue Werkstatt auf Kräizbierg : Atelier « Kreativ Bréck »


Die Notwendigkeitkreativ rund01

Der Kräizbierg setzt sich seit seiner Gründung im Jahre 1977 dafür ein, dass auch Menschen mit schweren Beeinträchtigungen weitest möglich in die Behindertenwerkstätten eingegliedert werden können. Eine wesentliche Voraussetzung hierfür ist, dass in den Werkstätten die für Menschen mit schwerer und mehrfacher Behinderung notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen wurden und kontinuierlich ausgebaut werden.
In den Behindertenwerkstätten der Genossenschaft „Ateliers Kräizbierg“ welche seit 1983 in Düdelingen funktionieren, arbeiten zurzeit 114 behinderte Arbeitnehmer in folgenden Werkstätten:

Offset Druck • Siebdruck • Textildruck • Tamponage Druck 
• Multimedia • Maschinenstickerei • Töpferei 
• Dienstleistungen • Gärtnerei • Buchhaltung

Der größte Teil dieser Werkstätten ist ausschließlich von Aufträgen aus der freien Marktwirtschaft abhängig. Daher unterscheiden sich die Werkstätten des Kräizbierg, in ihrer Grundausrichtung, auch nicht von vergleichbaren Betrieben im nicht beschützten Umfeld unserer Ökonomie.

Die Ausnahmen bilden die Töpferei und in gewissem Masse auch die Gärtnerei, welche ihre Warenproduktion ausschließlich am Markt orientieren. Der Verkauf ihrer Produkte findet dann allerdings direkt an externe Kunden statt, zu denen auch viele unserer Leser gehören. Die Buchhaltung hingegen bietet ihre Dienstleistungen sowohl der Stiftung als auch der Genossenschaft an und ist ein integrierter Bestandteil des Verwaltungsapparats des Kräizbierg.

Die anderen Werkstätten sind abhängig von Aufträgen von Privatkunden oder Gesellschaften und Firmen des privaten und öffentlichen Sektors. Diese Aufträge sind nur sehr bedingt steuerbar und stellen damit die Werkstätten vor ein immer wiederkehrendes Problem: das der sinnvollen Integration unserer Mitarbeiter mit schwerer und mehrfacher Behinderung in einen produktiven Arbeitsprozess.

Diese Integration muss den individuellen Fähigkeiten und Kompetenzen des Mitarbeiters angepasst sein und es ihm ermöglichen in einem strukturierten Arbeitsprozess integriert zu werden. Je nach Auftragslage ist das allerdings nicht immer optimal, oder gar nicht möglich.
Der Gesetzgeber verpflichtet – zu Recht – die Betreiber von Behindertenwerkstätten dazu, den behinderten Arbeitnehmer in die Lage zu versetzen in einer wirtschaftlichen Produktionseinheit einer beruflichen Aktivität nachgehen zu können, welche seinen Möglichkeiten und Bedürfnissen angepasst ist. Um dieser Notwendigkeit noch besser Folge zu leisten wird ab dem 1. Mai 2019 die neue Werkstatt Atelier „Kreativ Bréck“ auf Kräizbierg ihren Betrieb aufnehmen.

Das Konzept

Ziel dieser neuen Werkstätte ist es, jenen behinderten Mitarbeitern, welche im Rahmen der täglichen Produktion in den anderen Werkstätten nicht eingesetzt werden können, eine Ausgleichsbeschäftigung zu bieten, welche ihren Fähigkeiten entspricht und sie ganzheitlich fördert. Die Produkte, die hergestellt werden, müssen, im weitesten Sinne des Wortes, wirtschaftlich verwertbar sein und somit auch zur Umsatzsteigerung der Genossenschaft beitragen.

Zudem können hier auch behinderte Mitarbeiter, welche, auf Grund ihres Alters oder dem Schweregrad ihrer Behinderung, punktuell eine begrenzte Auszeit aus den anderen Werkstätten benötigen, einer sinnvollen, ihnen angepasster, produktiver Beschäftigung nachgehen.
Es werden somit keine Mitarbeiter dauerhaft dem Atelier „Kreativ Bréck“ zugeordnet. Diese Mitarbeiter haben ihre eigentliche Arbeitsstelle in den anderen Werkstattteilen mit Auftragsarbeiten. Falls diese aber mit der dortigen Auftragssituation nicht mithalten können, erhalten sie die Chance zeitweise im Atelier „Kreativ Bréck“ Arbeiten zu leisten, die ihrem Können entsprechen. Sie bleiben aber in ihrer „Ursprungs“ – Werkstätte und deren Produktionsprozess integriert. Wer zu welcher Zeit in der Werkstatt aufgenommen wird, wird prinzipiell wöchentlich, an Hand der jeweiligen Auftragslage in den anderen Werkstätten, definiert.

kreativ rund02Innerhalb des Atelier „Kreativ Bréck“ können durchschnittlich zwölf behinderte Mitarbeiter ihren individuell angepassten Projekten nachgehen. Sie werden von zwei nicht behinderten Mitarbeitern betreut.
Das Konzept der Werkstätte sieht eine aktive Einbeziehung der behinderten Mitarbeiter in das Erarbeiten der Projekte, sowie der individuell strukturierten Förder- und Arbeitsplanung vor. Im Gegensatz zu den anderen Werkstätten entsteht kein zeitlicher Druck durch Auftragsabgabetermine. Es geht darum zu gewähren, dass die Mitarbeiter nach ihren eigenen zeitlichen, motorischen und geistigen Fähigkeiten arbeiten können. Da exklusiv Produkte hergestellt werden sollen, die verkauft werden, bekommen die Mitarbeiter die Anerkennung, die jeder Mensch durch seine Arbeitsleistung benötigt. Arbeit, Selbstverwirklichung, schöpferisches Tun, Entwicklung der persönlichen Fähigkeiten, Geltung und Anerkennung sind die Leitmotive des Atelier „Kreativ Bréck“. Der einzelne Mensch mit Behinderung steht mit seinen Wünschen und Bedürfnissen im Mittelpunkt.

 

Die Produkte

Die Produktion ist vielseitig orientiert und trägt auch der Notwendigkeit nach Synergien mit den anderen Werkstätten (vor allem Gärtnerei und Töpferei) Rechnung. Die Produktpalette reicht bspw. von Postkarten, über Mosaike, Holzarbeiten, Pappmaschee, Büttenpapier, Bilder, Kork- und Filzuntersetzer, bis hin zur Produktion von Textilpuppen und Lampen usw.
Auch sollen in der Werkstätte längerfristige Kunstaktivitäten stattfinden. Hierzu gehören Kunstausstellungen, die entweder von den Werkstätten selbst initiiert werden, oder in Zusammenarbeit mit der Schule oder den Wohnstrukturen organisiert werden. Auch eine Zusammenarbeit mit anderen Kunstwerkstätten soll gefördert werden.
Des Weiteren wird eine Synergie mit dem Projekt „BlanContact“ der Stiftung Kräizbierg und dem „Mierscher Kulturhaus“ angestrebt, sowie eine Beteiligung des Atelier „Kreativ Bréck“ am Projekt „Kunst kennt keine Grenzen“.
Zudem bietet die neue Werkstätte, welche in den Räumlichkeiten des Verkaufslokals „Bréck“ eingerichtet wird, ganzjährlich die gesamte Produktpalette der Werkstätten des Kräizbierg zum Verkauf an. Auch können unsere Kunden hier, wie bisher, weitere Informationen zu sämtlichen Werkstätten erhalten.

Der Verkauf

Neben dem ganzjährlichen Verkauf im Atelier „Kreativ Bréck“ selbst, werden die Produkte dieser Werkstätte vor allem anlässlich unseres Osterbasars, dem Tag der offenen Tür der Werkstätten, dem Herbstbasar, dem Adventsmarkt und dem traditionellen „Bréckefest“ angeboten.
Desweiteren plant der Kräizbierg zurzeit eine Beteiligung an der Internet Verkaufsplattform „Lëtzshop“.

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